Kassenzettel-Rollen endlich zu den Akten legen

Es gibt Dinge, die, obwohl sie die wenigsten wollen oder brauchen, immer wieder den Weg zu uns finden. Lakritze in der Süßwarenschublade, die Essiggurke auf dem Burger, alberne Souvenirs im Keller oder der Kassenzettel in der Einkaufstüte. Tatsächlich schauen sich die wenigsten die 57 mm breiten Zettel an, fast alle landen noch am Point of Sale (POS) im Müll. Nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht, auch unter ökologischen Gesichtspunkten spricht vieles dafür, Kassenzettel-Rollen im stationären Handel nicht mehr zu verwenden. Und das geht, denn vorgeschrieben sind sie keineswegs.

14.01.2022, Cleverbon

Kassenzettel Rolle Kosten Sparen

Ein sorgsamer Umgang mit den Ressourcen des Planeten ist wichtig. Dennoch werden jedes Jahr 150 Millionen Bäume gefällt, nur um als Kassenbon im Müll zu landen. 58 Millionen Liter Wasser werden jährlich für die Herstellung von Kassenzettel-Rollen benötigt. Dabei ist Nachhaltigkeit inzwischen eines der bestimmenden Themen unserer Zeit und einer der wichtigsten Werte unserer Gesellschaft. Nur, mit dem Fels der Verschwendung im Nacken kommt man eben nur schwer hinauf auf den Berg der Nachhaltigkeit. Wir befinden uns unbestreitbar im Zeitalter der Digitalisierung. Prozesse des Alltags werden digitalisiert, der technologische Wandel macht viele Dinge einfacher. Aber manche Sachen bekommen wir nicht digitalisiert, egal, wie unzeitgemäß sie sind. Die Kassenzettel-Rolle etwa ist eines jener Relikte, das noch immer Bestandteil unseres Alltags ist, obwohl ihre Daseinsberechtigung stark angezweifelt werden darf. 

 

Beschichtungen von Thermopapier schlecht für die Umwelt

Auch die Entsorgung ist ein Problem: Die üblichen weißen beschichteten Kassenbons gehören nämlich nicht ins Altpapier, auch wenn sie fälschlicherweise meistens dort landen. Aufgrund seiner Beschichtung sollte Thermopapier grundsätzlich im Restmüll entsorgt werden! Diese ist aus Bisphenol A. BPA ist eine Chemikalie, die bei der Herstellung von Kunststoff verwendet wird und sich mitunter gefährlich auf den menschlichen Hormonhaushalt auswirkt. Bei der Produktion von Kassenzettel-Rollen wird es als Farbbildner verwendet. Landen die Kassenzettel also im Altpapier, kann BPA über recycelte Papierprodukte (z. B. als Toilettenpapier) in die Umwelt gelangen – und ist somit eine weitere der Sachen, die keiner braucht, aber dennoch immer wieder den Weg zu uns finden. 

 

Blaue Kassenzettel sind besser für die Umwelt aber lösen nicht das Problem

Zwar gibt es phenolfreie Thermorollen, die dieses Problem nicht haben, aber aufgrund ihres erhöhten Preises nur selten zur Anwendung kommen. Erkennbar sind sie an dem blauen Papier. Sie dürfen im Altpapier entsorgt werden, teilweise ist ein entsprechender Hinweis sogar aufgedruckt. Aber auch, wenn diese richtig entsorgt werden, sind sie letztlich auch nur unnötiger, zusätzlicher Müll. Dieser lässt sich aber vermeiden. Die deutsche Bundesregierung schreibt seit der Einführung der Kassenbonpflicht zwar die Ausgabe eines Kassenbons vor, besteht aber nicht auf die papierbasierte Version. 

 

Die elektronische Alternative

So gibt es eine Alternative: den digitalen Kassenbon. Wenn der Kassiervorgang abgeschlossen wird, ist auf dem Kundendisplay der EC-Cash-Geräte ein QR-Code zu sehen. Dieser kann vom Kunden oder der Kundin mit dem Smartphone gescannt und der Bon so heruntergeladen werden. Andere Modelle schicken die Daten zum Beispiel via E-Mail oder innerhalb einer App aufs Handy. Der ökologische Fußabdruck von Unternehmen, Stichwort: Nachhaltigkeitsrechner, verkleinert sich spürbar. 

 

Digitale Kassenbons als Marketing-Waffe

Aber auch wirtschaftliches Eigeninteresse sollte eine Motivation sein, die Kassenzettel-Rolle zu den Akten zu legen und den Kassenbon zu digitalisieren. Die Unternehmensführung ist in vielerlei Hinsicht zufrieden, da keine Thermo-Bonrollen mehr verwendet werden müssen und so Kosten vermieden werden. Die Umstellung auf den digitalen Kassenbon führt zu einer Kosteneinsparung von bis zu 80 %. Mit digitalen Bons wird der stationäre Handel zum digitalen Point of Sale und bietet ungekannte Möglichkeiten, die Zielgruppe anzusprechen. Rabattcodes, Hinweise auf Aktionen oder personalisierte, KI-gestützte Vorschläge zu kombinierbaren Produkten mittels eines digitalen Kassenbons bieten Unternehmen massives Cross- und Upselling-Potenzial. Dieses Marketing am POS stellt darüber hinaus sicher, dass die Kundin oder der Kunde nicht im Internet kauft. Die gewonnenen Daten lassen sich nutzen, um zielgerichtete Marketing-Maßnahmen zu definieren, oder Geschäftsentscheidungen auf Basis einer verlässlichen Datengrundlage zu treffen. Und so gewinnen am Ende die Unternehmen und der Planet zugleich.

Kommentar verfassen