Kassensturz machen – Einzelhandel und im privaten Haushalt

Der Arbeitsalltag im Einzelhandel ist mit einer Vielzahl an Herausforderungen und Pflichten verbunden. Gerade was die Dokumentation und Buchhaltung angeht, sehen sich die Händler mit strengen Auflagen konfrontiert. Etwa die Kassenbonpflicht oder die Verpflichtung einen Kassensturz zu machen. Aber was hat es damit genau auf sich und wie läuft das ab?

15.03.2022, Cleverbon

kassensturz machen

Was heißt „Kassensturz machen“?

Vereinfacht gesagt ist Kassensturz machen ein anderer Ausdruck dafür, sein Geld bzw. seine Einnahmen zu zählen. Der Sinn hinter dieser Maßnahme ist, die Ordnungsmäßigkeit der eigenen Kassenführung zu prüfen und sich einen Überblick über die (tagesaktuellen) Einnahmen zu verschaffen. Dies dient im Rahmen der vorbereitenden Buchhaltung als erforderliche Maßnahme, um die eigentliche Buchhaltung konform abzuwickeln. Im heutigen Sprachgebrauch verwenden aber auch Privatpersonen den Begriff, um sich einen Überblick über Einnahmen und Ausgabe zu verschaffen. Vor allem vor einer größeren Anschaffung wird dies durchgeführt. 

 

Wie mache ich einen Kassensturz?

Im Einzelhandel werden beim Kassensturz alle Einnahmen des Tages aufsummiert. Von diesem Betrag wird anschließend das zum Beginn des Tages enthaltene Wechselgeld, ggf. auch sonstige Ausgaben, abgezogen. Kommt ein Schichtsystem zum Einsatz, etwa in der Gastro, empfiehlt es sich, immer unmittelbar nach Schichtende Kassensturz zu machen

 

Digital werden und sich das Leben vereinfachen

Moderne Softwarelösungen machen vieles einfacher. So sind auch im stationären Einzelhandel die Zeiten, in denen alle Einnahmen händisch – und äußerst fehleranfällig – mit Zettel und Stift verrechnet wurden, vorbei. Die Digitalisierung hat im Einzelhandel Einzug gehalten. Apps und Programme am Computer vereinfachen die Ermittlung des Betrages und reduzieren die Auftrittswahrscheinlichkeit von Fehlern drastisch. Noch einfacher wird der Kassensturz logischerweise, wenn auf Barzahlungen gänzlich verzichtet wird. Alle Einnahmen erfolgen digital. 

 

Der digitale Kassenbon

Einzelhändler können in Sachen Digitalisierung aber noch einen Schritt weitergehen und sich, aber auch den eigenen Kundinnen und Kunden, das Leben noch einfacher machen. Stellen Sie einen digitalen Kassenbon aus, lässt sich sogar noch Abfall sparen, aus Nachhaltigkeitssicht ein wichtiger Faktor. Für Unternehmen beträgt die Kostenersparnis durch die Umstellung 80 %.

 

Werbung am Point of Sale

Händler sind in Deutschland seit dem 01. Januar 2020 verpflichtet bei jedem Geschäft einen Beleg an den Kunden oder die Kundin auszuhändigen. Nur, es ist nicht vorgeschrieben, wie dies zu erfolgen hat. Es geht also auch papierlos. Digitale Kassenbons erfüllen die Auflagen für zertifizierten technische Sicherheitseinrichtungen (TSE) und bieten Platz, neben den gesetzlich vorgeschriebenen Bestandteilen noch zusätzliche Punkte hinzuzufügen. Also warum nicht aus der Not eine Tugend machen und den Beleg mit Werbung versehen? Quasi Marketing am Point of Sale, nur komplett ohne Streuverluste. Rabattcodes, Produkthinweise oder Aktionen, oder einfach freundliche Botschaften, die den Kundinnen und Kunden ein positives Gefühl nach dem Kauf geben, sind Möglichkeiten für Händler. 

Sowohl den Kassensturz zu machen wie auch die Ausgabe von Kassenbons sind Händlern verpflichtend vorgeschrieben. Beide lassen sich aber auch mittel digitalen Möglichkeiten vereinfachen und mitunter sogar gewinnbringend nutzen. Es lohnt sich also auch im stationären Handel, die Digitalisierung als Chance zu begreifen und dadurch Wettbewerbsvorteile zu schaffen.

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