Green Marketing ist mehr als ein vorübergehender Verbrauchertrend

Grün darf zweifelsohne als die Trendfarbe der Stunde bezeichnet werden – wobei „Stunde“ hier eher für das Jahrzehnt steht. Und von einem Trend zu sprechen, greift auch zu kurz. „Zeitgeist“ trifft es schon eher. Umweltschutz und Nachhaltigkeit schreien einem überall entgegen. Fridays for Future ist längst ein permanenter Bestandteil der öffentlichen Berichterstattung. Alle möglichen Unternehmen verpassen sich einen grünen Anstrich, passen das eigene Leitbild an und sprechen von der nachhaltigen Produktion. Der Umweltaspekt wird ganzheitlich in den Unternehmen verankert, was uns zum Green Marketing führt.

02.05.2022, Cleverbon

Green Marketing ist mehr als ein vorübergehender Verbrauchertrend

Steht das eigene Unternehmen auf der richtigen Seite der Geschichte? Viele Unternehmen können sagen, dass sie einen Teil ihrer Einnahmen an grüne Organisationen spenden, Initiativen unterstützen oder – momentan allgegenwärtig – Bäume pflanzen. Aber weit weniger können behaupten, dass sich ihr gesamtes Geschäft um einen grün-orientierten Ansatz dreht. Denn wenn ein Unternehmen beschließt, Green Marketing zu betreiben, wird dies zum Kernstück der Markenbotschaft. Und das wird immer mehr zum Standard. Kundinnen und Kunden erwarten nämlich zunehmend, dass Unternehmen in Bezug auf die Umwelt verantwortungsvoll handeln.

 

Was ist Green Marketing?

Green Marketing ist die Förderung von Produkten oder Dienstleistungen auf der Grundlage ihrer Umweltvorteile. Es geht nicht nur um Methoden zur Förderung grüner Produkte, sondern auch darum, wie diese Produkte verkauft werden können, um den größten Gewinn zu erzielen. Diese Produkte oder Dienstleistungen können an sich umweltfreundlich sein oder auf umweltfreundliche Weise hergestellt werden. Eine Green Marketing-Strategie soll zeigen, wie ein Unternehmen Produkte und Dienstleistungen auf umweltfreundliche Weise entwickelt und bewirbt oder wie es grüne Stiftungen und Initiativen fördert und unterstützt. Grünes Marketing wird vor allem von Unternehmen praktiziert, die sich für eine nachhaltige Entwicklung und die soziale Verantwortung einsetzen. Immer mehr Organisationen bemühen sich um die Einführung nachhaltiger Geschäftspraktiken, was auch an den gesetzlichen Vorgaben oder Förderungen liegt. Sie haben allerdings auch erkannt, dass sie damit ihre Produkte für die Verbraucher attraktiver machen und sich Nachhaltigkeit und Klimaneutralität öffentlichkeitswirksam einsetzen lassen. Gleichzeitig lassen sich durch nachhaltiges Handeln Kosten für Verpackung, Transport, Energie- und Wasserverbrauch usw. senken können. 

 

Welchen Prinzipien unterliegt das Green Marketing?

Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben begonnen, die Herkunft der Produkte, die sie konsumieren, zu hinterfragen. Infolgedessen haben Initiativen zum fairen Handel einen Aufschwung erlebt. Gerade durch Social Media, Dokumentationen oder Podcasts steigt das Bewusstsein für umweltfreundliche Produkte. Auf der anderen Seite laufen Unternehmen aber auch Gefahr, schnell wegen umweltschädlichem Handeln oder Augenwischerei hinsichtlich der eigenen Geschäftspraktiken an den www-Pranger zu kommen. Wer etwa Klimaneutralität propagiert und sich rühmt auf Plastiktüten zu verzichten, dann aber mit dem Firmenwagen durch die Gegend SUVt, begibt sich auf dünnes Eis. Das Internet ist hier erbarmungslos.

 

Ehrlich währt am längsten

Green Marketing bedeutet nämlich, dass ein Unternehmen tatsächlich nachhaltige Geschäftsmethoden einführt und praktiziert. Und das folgt einem ganzheitlichen Ansatz, der manchmal auch unbequem ist, und auch erstmal Investitionen erfordert. Unternehmen riskieren, als unehrlich abgestempelt zu werden, wenn ihre Geschäftspraktiken nicht mit ihren grünen Marketingbotschaften übereinstimmen. Authentizität ist im grünen Marketing unerlässlich, Green Washing ist riskant und kann das Unternehmensimage nachhaltig schädigen. Daher gilt es sicherzustellen, dass sie das, was sie nach außen kommunizieren, auch praktizieren. Dabei können Unternehmen auf der Website, in Magazinen, den sozialen Medien, aber auch im Rahmen des POS-Marketings die eigenen Maßnahmen kommunizieren.

 

Was sind Green Marketing Maßnahmen?

Unternehmen können zum Beispiel hervorheben, dass alle ihre Produkte aus recyceltem Material hergestellt sind, oder so konzipiert sind, dass sie recycelt oder wiederverwendet werden können. Biologisch abbaubare Verpackungen sind ein weiterer Aspekt. Umweltschädliche Inhaltsstoffe fallen der Käuferschicht, die sich immer mehr informiert garantiert auf. Kluge Marken beginnen auch, ihre Lieferketten nachhaltiger zu gestalten. Auf diese Weise können sie vermarkten, dass ihr Geschäft weniger schädliche Auswirkungen auf die Umwelt hat. „Materialien aus lokaler Produktion” reduzieren die Umweltbelastung. Das liegt daran, dass die Materialien nicht um die ganze Welt transportiert werden müssen. Auch das ist Teil der grünen Marketing-Strategie.

 

CO-neutrale Produktion

Die Gewinnung erneuerbarer Energien, etwa durch eine eigene Photovoltaikanlage, ist nicht nur aus Imagegründen sinnvoll. Natürlich unterstreichen solche Maßnahmen den eigenen Anspruch und belegen die in der Öffentlichkeit propagierte Nachhaltigkeit. Aber mehr noch als die Möglichkeit zum Öko-Marketing verhilft etwa eine eigene Solar-Anlage oder eine Umstellung der Produktion zu Kosteneinsparungen. Softwarelösungen, die den eigenen Energieverbrauch monitoren und optimieren, tragen ebenso zu einer messbaren Verbesserung bei. Es geht also um mehr als ein Saubermann-Image in der Öffentlichkeit. Mit entsprechenden Investments stellen Unternehmen die Weichen für die eigene Zukunft und machen sich unabhängiger. Der konsequente nächste Schritt im Rahmen des nachhaltigen Marketings wäre, die eigenen Firmenfahrzeuge gegen E-Autos oder Fahrzeuge mit anderen Arten umweltfreundlicher Motorisierung auszutauschen.  

 

Weg von Papier, hin zu digitalen Möglichkeiten

Im Einzelhandel können Unternehmen etwa mittels digitaler Technologien für mehr Nachhaltigkeit bei den eigenen Prozessen sorgen. Die Kassenbons, die zu 90 % noch am Point of Sale im Müll landen, können auch digital ausgegeben werden. Dabei haben die Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, einen individuellen QR-Code einzuscannen und den Bon umweltschonend und unkompliziert auf dem eigenen Smartphone zu empfangen. Denn auch wenn die Bundesregierung die Ausgabe von Kassenbons verpflichtend vorschreibt, lässt sie dem Handel doch die Wahl, wie dies abgewickelt wird. Kundenzufriedenheit und Umweltschutz in einem. Maßnahmen wie diese belegen den Anspruch für nachhaltiges Wirtschaften und stärken das Unternehmensimage. Je umfassender die Veränderung stattfindet, desto interessanter werden Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen für eine ökologisch bewusste Käuferschicht.

 

Was sind erfolgreiche Beispiele für Green Marketing?

Ein bekanntes Produkt, das dank Green Marketing ein echter Verkaufserfolg wurden, ist etwa der Toyota Prius. Er ist bis heute eines der meistverkauften Hybridfahrzeuge aller Zeiten, nicht zuletzt, weil die Umweltverträglichkeit immer wieder als sein Hauptverkaufsargument angepriesen wurde. Auch der Hersteller von Outdoor-Bekleidung Patagonia ist ein großartiges Beispiel für eine Marke, die grünes Marketing aktiv praktiziert, ohne die Kunden und Kundinnen zwanghaft davon überzeugen zu wollen, dass jeder Aspekt ihres Geschäfts nachhaltig ist. Das Unternehmen kommuniziert klar die von ihr verwendeten Materialien und spendet zusätzlich auch viel Geld an Programme für nachhaltige Landwirtschaft oder für den Schutz bedrohter Arten. Gerade aus diesem Grund kauft die Zielgruppe des Unternehmens (umweltverbunden und aktiv um den Schutz der Natur bemüht) die Produkte. 

Effektives Green Marketing erfordert nicht nur die Fähigkeit, eine grüne Botschaft zu vermitteln, sondern auch die Fähigkeit, die verschiedenen Komponenten dieser Botschaft in einem gewinnorientierten Geschäftsumfeld zu implementieren. Stringent umgesetzt profitieren Unternehmen aber langfristig von einer besseren Außenwahrnehmung und Wettbewerbsvorteilen, die maßgeblich zu einer positiven Geschäftsentwicklung beitragen.

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