Direkte und indirekte Emissionen durch Papierkassenbons

Bei der Produktion von Papier und Pappe emittiert jährlich alleine Deutschland durchschnittlich etwa 10 Millionen Tonnen CO2 (Statista, 2020). Dieser Wert ist seit 2006 stabil, lässt sich aber schwer mit den ambitionierten Vorgaben des neuen Klimaschutzgesetzes vereinbaren. Die neue Auflage des Gesetztes hat die Klimaschutzziele Deutschlands noch einmal verschärft. Insgesamt müssen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65% (im Vergleich zu 1990) reduziert werden. Paradoxerweise gibt es Bestimmungen, wie das Kassenbonpflichtgesetz, welches diesem Ziel direkt widerspricht.

 

21.06.2021, Cleverbon

direkte und indirekte Emissionen bei der Kassenbonherstellung

Das Klimaschutzgesetz gibt nichtsdestotrotz die Taktung für die Entkarbonisierung der Gesellschaft vor und damit in erster Linie des produzierenden Gewerbes. Diese Unternehmen stehen also vor der Herausforderung ihre Emissionen drastisch zu reduzieren. Bevor jedoch ein strukturierter Plan zur Reduzierung der Emissionen aufgesetzt werden kann, stehen die Unternehmen zuerst vor der Herausforderung herauszufinden wie hoch die Emissionen des Unternehmens überhaupt sind, denn: You can’t manage what you can’t measure. SOKR unterstützt seine Kunden dabei ihre Emissionen zu erfassen und Strategien zu entwickeln die Emissionen dauerhaft zu senken – immer mit einem klaren Business Case.

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Die Emissionen eines Unternehmens werden nach dem Greenhouse Gas Protocol in 3 Kategorien, oder Scopes, definiert.

Wofür steht Scope 1 und was sind direkte Emissionen?

Scope 1 beschreibt alle direkt intern verursachten Emissionen eines Unternehmens. Dies kann, z.B., die Emissionen bei der chemischen Verarbeitung von Rohstoffen zu Thermopapier (als Grundlage der Kassenbons) oder die Emissionen der LKW-Flotte eines Unternehmens beinhalten.

Was ist Scope 2 und was sind indirekte Emissionen?

Scope 2 beschreibt alle indirekt intern verursachten Emissionen eines Unternehmens. Dies umfasst in der Regel Emissionen die durch den Bezug von, aus fossilen Brennstoffen gewonnenen, Energiequellen entstehen. Wenn der Energiemix eines Unternehmens für die Herstellung von Thermopapier als Grundlage für die Kassenbons beispielsweise zu 20% aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, ist das Unternehmen für die bei der Energiegewinnung entstehenden Emissionen verantwortlich.

Welche Emissionen werden bei Scope 3 berücksichtigt?

Scope 3 beschreibt alle indirekten Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Scope 3 umfasst bei den meisten Unternehmen den größten Anteil der Emissionsstruktur. Inkludiert sind hier alle Emissionen die bei dem Transport von gekauften Gütern zum eigenen Unternehmen (vorgelagerte Wertschöpfungskette) und dem Vertrieb des Produkts zum Kunden (nachgelagerte Wertschöpfungskette) entstehen. Aufgrund der globalen Wertschöpfungsketten vieler Unternehmen ergeben sich lange Auslieferungsrouten, für welche das Unternehmen ebenfalls Rechnung tragen muss. Wenn beispielsweise die Rollen für die Kassenbons in Asien hergestellt, nach Deutschland geschifft und schließlich an Restaurants oder Supermärkte ausgeliefert werden, so sollten in allen diesen Schritten die Emissionen bei der Erhebung berücksichtigt werden.

Auf welcher Grundlage basieren die CO2-Berechnungen?

Die Berechnung der Emissionen basiert auf sogenannten CO2-Äquivalenten. Die CO2-Äquivalente geben das Verhältnis des sogenannten Global Warming Potentials eines Treibhausgases zu dem prominentesten Treibhausgas Kohlenstoffdioxid an. Methan entspricht beispielsweise einem CO2-Äquivalent von 25, weil es über 100 Jahre eine 25-fach höhere Auswirkung auf die Erwärmung des Klimas hat als CO2.

Vielen Stoffen und Produkten werden von verschiedenen Organisationen (z.B. dem Umweltbundesamt), basierend auf wissenschaftlichen Studien, CO2-Äquivalente zugeschrieben. Basierend aus den Stammdaten dieser Datenbasen können entsprechend Gesamtemissionen für ein Unternehmen über einen definierten Zeitraum abgeleitet werden. Da die Emissionsdaten aus organisatorischen Gründen nicht direkt erhoben werden können, basieren die meisten Kalkulationen auf Schätzungen.

Wie können Unternehmen ihre Emissionen steuern?

Es gibt eine Faustregel an dem sich die meisten Emissionsstrategien orientieren: 

  1. Avoid – Die Vermeidung von kommerziellen Aktivitäten bei deren Durchführung Treibhausgasemissionen freigesetzt werden
  2. Reduce – Die Erhöhung der Energieeffizienz bei der Durchführung unvermeidbarer kommerzieller Aktivitäten
  3. Compensate – Die externe Kompensation intern verursachter Treibhausgasemissionen kommerzieller Aktivitäten

In erster Linie sollten Unternehmen dafür sorgen, Emissionen gänzlich zu vermeiden. Dieser Hebel ist der mit Abstand wichtigste, denn Emissionen die gar nicht erst ausgestoßen werden haben logischerweise den positivsten Einfluss auf das Klima

Lösungen wie Cleverbon erlauben es Kunden auf ihre Papierbons zu verzichten, in dem der Kassenbon digitalisiert wird und es somit keine Nachfrage für die Erstellung der Papierrollen gibt. Die gesamte Produktionskette mit all ihren Emissionen entfällt und muss lediglich gegen den Aufwand der bei der Entwicklung und Instandhaltung der Software entstehenden Treibhausgase gegengerechnet werden. Die Einsparungen sind also immens.

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Für die nicht vermeidbaren Emissionen sollten Maßnahmen aufgesetzt werden, die dafür sorgen, dass die bestehenden Prozesse bezüglich ihres Energieverbrauchs effizienter gestaltet werden. Beispielsweise könnte ein Unternehmensgebäude besser gedämmt und somit energieeffizienter sein. Letztlich können die nicht vermeidbaren Emissionen auch durch Kompensierung mit dem unternehmerischen CO2-Budget verrechnet werden. Dies kann, z.B., durch den Kauf von THG-Zertifikaten oder bei der Unterstützung international anerkannter Aufforstungs-Initiativen geltend gemacht werden.

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